Die Dienstgrade der deutschen Polizei zeigen Laufbahn, Funktion und Erfahrung eines Beamten auf einen Blick. Dieser Artikel erklärt die gesamte Hierarchie – vom Polizeianwärter bis zum Polizeipräsidenten – mit den zugehörigen Besoldungsgruppen und Beförderungsvoraussetzungen.
Das Wichtigste in Kürze
3 Laufbahngruppen
Die Polizei kennt mittleren, gehobenen und höheren Dienst. Jede Gruppe hat eigene Eingangsvoraussetzungen und Dienstgrade. Der mittlere Dienst wird in vielen Ländern abgebaut.
Besoldung A7 bis A16 + B
Die Besoldungsgruppen der Vollzugslaufbahn reichen von A6 (Polizeimeister) bis A16 (Leitender Polizeidirektor).
Beförderung nach Beurteilung und Stelle
Beförderungen setzen freie Planstellen und eine überdurchschnittliche dienstliche Beurteilung voraus. Es gibt keine automatischen Beförderungen ohne Stellenverfügbarkeit.
Dienstgrade unterscheiden sich zwischen Ländern
Die genauen Bezeichnungen variieren. Bayern hat z. B. andere Bezeichnungen als NRW oder die Bundespolizei. Die Grundstruktur ist aber bundesweit ähnlich.
KriPo: Andere Bezeichnungen, gleiche Struktur
Kriminalbeamte haben eigene Bezeichnungen (Kriminalmeister, Kriminalkommissar usw.), folgen aber denselben Laufbahngruppen und Besoldungsstufen.
Aufstieg möglich
Mit entsprechender Qualifikation und Leistung ist ein Aufstieg in höhere Laufbahnen möglich – z. B. vom mittleren in den gehobenen Dienst über einen Studienaufstieg.
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Laufbahngruppen (mittlerer, gehobener, höherer Dienst)
A7–A16
Besoldungsgruppen im Polizeivollzug
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Dienstherren mit teils eigenen Dienstgradbezeichnungen
Mittlerer Dienst: Dienstgrade und Besoldung
Dienstgrad (Schutzpolizei) | Besoldungsgruppe | Funktion / Anmerkung |
Polizeimeisteranwärter | A6/A7 | Polizisten auf Widerruf |
Polizeimeister | A6/A7 | Einstiegsstufe mittlerer Dienst |
Polizeiobermeister | A7/A8 | Regelbeförderung nach Ausbildung (mittlerer Dienst) |
Polizeihauptmeister | A8/A9 | Nach mehrjähriger Dienstzeit |
Mittlerer Dienst wird bundesweit zurückgebaut
Länder wie NRW, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und andere setzen mittlerweile auf den direkten Einstieg im gehobenen Dienst (3-jähriges Bachelor-Studium). Der mittlere Dienst wird in diesen Ländern nicht mehr neu ausgeschrieben.
Gehobener Dienst: Dienstgrade und Besoldung
Dienstgrad (Schutzpolizei) | Dienstgrad (Kriminalpolizei) | Besoldungsgruppe | Funktion / Anmerkung |
Polizeikommissaranwärter | Kriminalkommissaranwärter | A9 | Polizisten auf Widerruf |
Polizeikommissar | Kriminalkommissar | A9 | Einstieg nach Bachelor-Studium, Einzelbeamter im Streifendienst |
Polizeioberkommissar | Kriminaloberkommissar | A10 | Nach ca. 2–3 Jahren, erste Beförderungsstufe |
Polizeihauptkommissar | Kriminalhauptkommissar | A11/A12 | Erfahrene Beamte, oft mit Gruppen-/Truppführeraufgaben |
Erster Polizeihauptkommissar | - | A13 | Herausgehobene Funktion, z. B. Sachbearbeitung, Fachspezialisten |
Höherer Dienst: Dienstgrade und Besoldung
Der höhere Polizeidienst erfordert ein Masterstudium (z. B. an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster) und eine erfolgreiche Führungskräfteauswahl. Nur ein kleiner Teil der Polizeibeamten erreicht diese Ebene.
Dienstgrad | Besoldungsgruppe | Funktion |
Polizeirat / Kriminalrat | A13/A14 | Führungskraft, Referatsleitung, Abteilungsleitung (Einstieg) |
Polizeioberrat / Kriminaloberrat | A14 | Herausgehobene Leitungsfunktion |
Polizeidirektor | A15 | Leitung von Inspektionen, größeren Abteilungen |
Leitender Polizeidirektor | A16 | Leitung von Polizeidirektionen, Abteilungen im Ministerium |
Abweichungen je nach Bundesland
Bayern verwendet z. B. den Begriff „Polizeiwachtmeister“ statt „Polizeimeister“ für die Einstiegsstufen. Die Bundespolizei hat eigene Dienstgradbezeichnungen. Die Grundstruktur (drei Laufbahngruppen, Aufstieg A7–A16) ist jedoch bundesweit vergleichbar.
Kriminalpolizei: Die eigenen Dienstgrade
Kriminalbeamte führen parallel zu den Schutzpolizisten eigene Bezeichnungen, sind aber denselben Besoldungsgruppen zugeordnet. Der Wechsel von der Schutzpolizei zur Kriminalpolizei ist in der Regel nach einer Mindestdienstzeit möglich und setzt eine interne Ausschreibung voraus.
ℹ️ Wichtiger Unterschied
Kriminalbeamte sind keine eigenständige Laufbahn, sondern eine Verwendung innerhalb der gleichen Laufbahnstruktur. Ein Polizeikommissar (A9) kann als Kriminalkommissar (A9) in der KriPo eingesetzt sein – die Besoldung ist identisch, nur die Bezeichnung ändert sich.
Beförderung: Wie läuft das ab?
Beförderungen in der Polizei folgen bestimmten Regeln:
- Freie Planstelle: Es muss eine Stelle in der Zielbesoldungsgruppe vorhanden sein
- Dienstliche Beurteilung nach Leistungsprinzip: Deine dienstliche Beurteilung muss im Vergleich zu den Mitbewerbern überdurchschnittlich gut sein (Bestenauslese nach Art. 33 Abs. 2 GG)
- Mindestwartezeit: Je nach Bundesland 2–4 Jahre in der aktuellen Besoldungsgruppe
- Beförderungsrangliste: Innerhalb einer Behörde wird nach Beurteilung und Dienstalter gereiht
- Leistungsorientiert: Bei gleicher Beurteilung entscheiden Zusatzqualifikationen oder Dienstalter
Tipp für Aufstieg in höhere Laufbahn
Wenn du vom mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigen möchtest, gibt es in vielen Ländern den sogenannten „Aufstieg für Beamte des mittleren Dienstes“. Voraussetzung ist in der Regel ein Auswahlverfahren und ein Studium an der FH Polizei. Informiere dich bei deiner Behörde über die aktuellen Anforderungen in deinem Bundesland.
Häufige Fragen zu Dienstgraden bei der Polizei
Welcher Dienstgrad ist nach dem Bachelor-Studium der Einstieg?
Nach dem dreijährigen Bachelor-Studium an der Fachhochschule der Polizei startest du als Polizeikommissar in der Besoldungsgruppe A9. In einigen Ländern wirst du direkt nach der Ausbildung in die erste Erfahrungsstufe eingruppiert, in anderen mit Anrechnung von Vordienstzeiten höher eingestuft.
Kann ich als Polizeibeamter in den höheren Dienst aufsteigen?
Ja, aber der Weg ist anspruchsvoll. Vom gehobenen in den höheren Dienst gelangst du über ein Masterstudium (z. B. an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster) und ein Auswahlverfahren. Die meisten Bundesländer haben eigene Aufstiegsprogramme. In der Praxis schaffen es nur ein kleiner Prozentsatz der Beamten in den höheren Dienst.
Was bedeutet "mit Zulage" beim Polizeihauptmeister?
„Mit Zulage“ (m.Z.) bedeutet, dass der Beamte in einer höherwertigen Funktion eingesetzt ist und dafür eine Funktionszulage erhält, ohne formal in die nächste Besoldungsgruppe befördert zu sein. Ein Polizeihauptmeister A8 „mit Zulage“ erhält eine Zulage, die sein Gehalt auf A9-Niveau anhebt, ist aber formell noch in A8 eingruppiert.
Welche Abzeichen haben die verschiedenen Dienstgrade?
Die Schulterklappen und Abzeichen variieren nach Bundesland und sind nicht bundesweit einheitlich. Gemeinsame Merkmale: Mehr Sterne und Balken = höherer Dienstgrad. Goldene vs. silberne Elemente unterscheiden gehobenen und höheren Dienst. Die genaue Ausgestaltung findest du in der jeweiligen Dienstkleidungsordnung deines Dienstherrn.