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Pflegepflicht­versicherung Polizei

Pflegepflichtversicherung: Das Muss für Polizeianwärter
Inhalt

Die Pflegepflichtversicherung deckt das Risiko einer Pflegebedürftigkeit ab und ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Polizeianwärter müssen sie innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt nachweisen. Da die Leistungen im SGB XI geregelt sind, sind sie bei allen Anbietern identisch.

Das Wichtigste in Kürze

Pflicht für alle Polizisten

Die Pflegepflichtversicherung für Beamte (PVB) ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt abgeschlossen werden.

Bußgeld bis 2.500 €

Wer spätestens 3 Monate nach Dienstantritt keinen gültigen Pflegepflicht­versicherungsnachweis hat, kann mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro belegt werden.

Heilfürsorge ist nicht gleich Pflegepflichtversicherung
Die freie Heilfürsorge deckt Krankheitskosten ab. Pflegeleistungen sind davon vollständig getrennt und müssen separat abgesichert werden.
Sonderaktionen für Anwärter

In den ersten 3 Monaten nach Dienstantritt besteht einmalig die Chance, sich Tarife im Rahmen von Sonderaktionen mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu sichern.

Leistungen Pflegepflichtversicherung 

Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich festgelegt (SGB XI) und für alle Anbieter identisch.

Pflegepflicht folgt der PKV

Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du später auch deine private Krankenversicherung haben möchtest. Das erleichtert die Verwaltung und sorgt für klare Strukturen

45,64 €

GKV-Beitragssatz Pflegepflicht 2026 (+ 0,6 % Kinderlosenzuschlag ab 23 J.)

33,92 €

Monatsbeitrag private PVB (18 J., gesund, DBV 2026)

2.500 €

Maximales Bußgeld bei fehlendem Nachweis der Pflegepflichtversicherung

Wer muss eine Pflegepflichtversicherung abschließen?

Die Pflegeversicherung wurde am 1. Januar 1995 als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Seitdem gilt: In Deutschland besteht für alle Menschen – gesetzlich wie privat versichert – eine umfassende Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.

Für Polizisten gelten dabei keine Ausnahmen. Ob Polizeianwärter im ersten Ausbildungsmonat oder Beamter auf Lebenszeit mit 20 Dienstjahren – wer keine Pflegepflichtversicherung hat, handelt ordnungswidrig.

Frist: 3 Monate ab Dienstantritt

Als Polizei- oder Kommissaranwärter bist du verpflichtet, innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt eine Pflegepflichtversicherung nachzuweisen. Die Annahmeerklärung des Versicherers muss dem Dienstherrn schriftlich vorgelegt werden. Wer die Frist verpasst, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 €.

Der entscheidende Unterschied: Pflegepflicht vs. Pflegezusatz

Dieser Fehler passiert regelmäßig – und er ist teuer: Viele junge Polizeianwärter schließen aus Unwissenheit eine Pflegezusatzversicherung ab, anstatt der gesetzlich vorgeschriebenen Pflegepflichtversicherung. Das eine ersetzt das andere nicht.

Pflegepflicht vs. Pflegezusatz – nicht verwechseln!

Die Pflegepflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung sind zwei völlig verschiedene Produkte. Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und leistet bei anerkannter Pflegebedürftigkeit, sie deckt jedoch bei weitem nicht alle Kosten ab. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und schließt die Lücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten. Beide sind separate Verträge – nur die Pflegepflichtversicherung ist Pflicht.

Heilfürsorge oder Beihilfe? Was für deinen Pflegeschutz gilt

Je nach Bundesland und Dienstgrad hast du als Polizist entweder freie Heilfürsorge oder Beihilfe. Dieser Unterschied ist entscheidend für die Krankenversicherung – nicht aber für die Pflegepflichtversicherung. Diese ist in beiden Fällen identisch

Freie Heilfürsorge

Beihilfe

Bundesland-Übersicht: Wer hat was?

Jedes Bundesland regelt die Heilfürsorge und Beihilfe seiner Landespolizei selbst. Die Leistungen sind in den jeweiligen Landesverordnungen  festgelegt. Für die Bundespolizisten gelten die Bundesverordnungen. Wähle in der folgenden Tabelle deinen Dienstherrn und sieh dir wichtige landesspezifische Details an.

Dienstherr
Anwärter
Aktive Dienstzeit
Pension
Bund *
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Baden-Württemberg
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Tätigkeitsabhängig
Beihilfe
Beihilfe
Berlin *
Tätigkeitsabhängig
Beihilfe
Beihilfe
Brandenburg
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Bremen
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Hamburg
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Hessen *
Beihilfe
Beihilfe
Beihilfe
Mecklenburg-Vorpommern
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Niedersachsen
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Nordrhein-Westfalen
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Rheinland-Pfalz *
Beihilfe
Beihilfe
Beihilfe
Saarland
Beihilfe
Beihilfe
Beihilfe
Sachsen
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Sachsen-Anhalt
Heilfürsorge
Heilfürsorge
Beihilfe
Schleswig-Holstein *
Wahlmöglichkeit
Wahlmöglichkeit
Beihilfe
Thüringen
Heilfürsorge
Beihilfe
Beihilfe
* Es liegen Bundesland spezifische Besonderheiten vor. Klick auf dein Bundesland.

Was kostet eine Pflegepflichtversicherung für Polizisten?

Du hast die Wahl: Pflegepflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) oder bei einer privaten Versicherung (PVB – Private Pflegepflichtversicherung für Beihilfeberechtigte). 

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Bei der gesetzlichen Krankenkasse richtet sich der Pflegebeitrag nach deinem Einkommen. Der Beitragssatz liegt 2026 bei 3,6 % des Bruttoeinkommens. Dazu kommt ein Kinderlosenzuschlag von 0,6 % für alle Kinderlosen ab 23 Jahren.

Rechenbeispiel GKV – 18-jähriger Polizeianwärter ohne Kind (Stand 2026)

Grundgehalt: 1.268 € × Beitragssatz 3,6 % = 45,64 €/Monat

Ab dem 23. Geburtstag kommt der Kinderlosenzuschlag hinzu: dann 4,2 % des Einkommens. Bei 1.268 € wären das rund 53,26 €/Monat.

Private Pflegepflichtversicherung (PVB)

Bei der privaten Variante zählt nicht dein Einkommen, sondern dein Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Je jünger und gesünder, desto günstiger. Das macht die PVB für junge Polizeianwärter strukturell interessant.

Rechenbeispiel PVB – 18-jähriger, gesunder Polizeianwärter (DBV, Stand 2026)

Monatsbeitrag PVB: ca. 33,92 €/Monat

Vergleich
GKV (18 J., ohne Kind)
Private PVB (18 J., gesund)
Beitragsgrundlage
Einkommen (3,6 %)
Eintrittsalter + Gesundheit
Monatsbeitrag (Beispiel)
45,64 €
~33,92 €
Kinderlosenzuschlag ab 23 J.
+0,6 % (≈ +7,60 €)
❌ Keiner
Beitrag steigt mit Gehalt?
✅ Ja, einkommensabhängig
❌ Nein, feste Kalkulation
Steuerliche Absetzbarkeit
✅ Vollständig absetzbar
✅ Vollständig absetzbar
Gesamtbewertung
Teurer, einkommensabhängig
Günstiger für junge Polizisten
Empfehlung: Private PVB für Polizisten sinnvoller

Wer als junger Polizist einsteigt, fährt mit der privaten Pflegepflichtversicherung in aller Regel günstiger. Der Beitrag ist altersgebunden, steigt nicht automatisch mit dem Gehalt und kennt keinen Kinderlosenzuschlag. Zudem lässt sie sich problemlos mit einer Anwartschaft auf eine spätere PKV kombinieren.

Obergrenze Pflegepflichtversicherung für Polizisten 2026:

Beihilfeberechtigte zahlen für ihre private Pflegepflichtversicherung maximal 40 % des Höchstbeitrags zur sozialen Pflegepflichtversicherung. Dieser Betrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 83,70 €/Monat. Günstigere Tarife (wie die PVB der DBV für junge Anwärter) liegen weit darunter.

Leistungen der Pflegepflichtversicherung (Stand 2026)

Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung sind in Deutschland im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) festgeschrieben. Das bedeutet: Alle Anbieter – ob gesetzlich oder privat – zahlen exakt dieselben Leistungen. Der Wettbewerb läuft ausschließlich über den Preis und die Kombination mit anderen Produkten.

Die Leistungen werden nach Pflegegraden gestaffelt und alle drei Jahre angepasst. Die nächste Erhöhung findet planmäßig 2028 statt (Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz, PUEG).

Pflege durch:
Angehörige
amb. Pflegedienst
Pflegeheim
Pflegegrad 1
0 €
0 €
0 €
Pflegegrad 2
347 €
796 €
805 €
Pflegegrad 3
599 €
1497 €
1319 €
Pflegegrad 4
800 €
1859 €
1855 €
Pflegegrad 5
990 €
2299 €
2096 €
Warum Leistungen überall gleich sind

Da die Leistungen gesetzlich fixiert sind, gibt es zwischen den Anbietern keine inhaltlichen Unterschiede bei der Pflegepflichtversicherung. Beim Anbieter-Vergleich zählt deshalb vor allem: Die Leistungen der zukünftigen PKV.

Wer über die gesetzlichen Leistungen hinaus abgesichert sein will (z. B. durch ein tägliches Pflegegeld oder einen höheren Kostenzuschuss für das Pflegeheim), kann zusätzlich eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Diese ersetzt aber – wie oben erklärt – die Pflegepflichtversicherung nicht.

Die besten Anbieter für Polizisten und Polizeianwärter

Da die Leistungen gesetzlich festgelegt sind, unterscheiden sich die Anbieter nur beim Preis, beim Service und – entscheidend – bei der Möglichkeit, die Pflegepflichtversicherung mit einer PKV-Anwartschaft für den späteren Übergang in die private Krankenversicherung zu kombinieren.

Anbieter
PKV für Polizei
Anwartschaft
Hinweis
mtl. Beitrag Inkl. kl. Anwartschaft
DBV ­(Deutsche Beamtenversicherung)
✅ Ja, spezialisiert
✅ Ja
Hochspezialisiert für Polizisten, günstige Konditionen für Anwärter

Signal Iduna
✅ Ja, spezialisiert
✅ Ja
spezialisiert durch Kooperation mit der GdP, durchwachsenes Feedback von Polizisten in der Abwicklung

Barmenia
✅ Ja
✅ Ja
TOP Leistungen - aber nicht auf Polizisten spezialisiert

Debeka
✅ Ja
✅ Ja
klassischer Beamtenversicherer, aber keine Spezialisierung auf Polizisten

Allianz
✅ Ja
Eingeschränkt
starkes Unternehmendrating, gute Tarife aber keine hohe Expertise für Polizisten

Continentale
✅ Ja
✅ Ja
Solide Basis, weniger spezialisiert auf Polizei

Nürnberger
Eingeschränkt
✅ Ja
spielt für Polizisten keine große Rolle.

Empfehlung: DBV oder Barmenia

DBV und Barmenia sind aktuell die stärksten Anbieter für Polizisten in der Pflegepflichtversicherung. Beide bieten auf Beamte und Polizisten zugeschnittene Tarife, günstige Einstiegsbeiträge für Anwärter und eine nahtlose Kombination mit einer PKV-Anwartschaft. Wichtig: Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du später auch deine private Krankenversicherung haben möchtest – das spart Wechselaufwand und sichert deinen heutigen Gesundheitszustand für die PKV von morgen.

Was ist die „kleine Anwartschaft"?

Die kleine Anwartschaft kostet rund 1 €/Monat und sichert deinen heutigen Gesundheitszustand für den späteren Einstieg in die PKV. Das bedeutet: Auch wenn du während der Ausbildung einen Sportunfall hattest oder eine chronische Erkrankung festgestellt wurde, kannst du später in die PKV wechseln, ohne dass dieser Vorerkrankung angerechnet wird. Für junge Polizeianwärter eine der günstigsten Absicherungen, die es gibt.

Steuerlich absetzbar: So sparst du mit der Pflegepflichtversicherung

Die gute Nachricht: Beiträge zur Pflegepflichtversicherung – sowohl gesetzlich als auch privat – können in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden. Du trägst sie in der Anlage Vorsorgeaufwendungen deiner Steuererklärung ein.

Bei einem monatlichen Beitrag von 33,92 € (= 407,04 €/Jahr) und einem Steuersatz von z. B. 25 % ergibt sich eine jährliche Steuerersparnis von rund 100 € – also de facto senkst du deinen Nettobeitrag deutlich.

Häufige Fragen zur Pflegepflichtversicherung

Ist eine Pflegeversicherung für Polizisten Pflicht?

Ja, absolut. In Deutschland gilt für alle Menschen eine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung – unabhängig von Beamtenstatus, Bundesland oder Heilfürsorge. Wer keine Pflegepflichtversicherung nachweist, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Ja. Die Heilfürsorge deckt Krankenbehandlungen ab, nicht aber Pflegeleistungen. Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung. Selbst Polizisten mit vollständiger freier Heilfürsorge müssen die Pflegepflichtversicherung separat abschließen und nachweisen.

Innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt. Der Nachweis erfolgt über die Annahmeerklärung des Versicherers, die du beim Dienstherrn einreichst. Wer die Frist verpasst, riskiert ein Bußgeld bis 2.500 €.

Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss beim Dienstherrn nachgewiesen werden. Sie zahlt die im SGB XI definierten Leistungen für Pflegegrade 1–5. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und ergänzt die Pflichtversicherung – ersetzt sie aber nicht. Wer nur eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen hat, hat die Pflicht nicht erfüllt.

Für junge Polizeianwärter fast immer ja. Die private PVB richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheit, nicht nach Einkommen. Ein 18-jähriger zahlt bei der DBV ca. 33,92 €/Monat – während die gesetzliche Kasse 45,64 €/Monat bei 1.268 € Grundgehalt kostet (3,6 %). Dazu kommt ab 23 Jahren der Kinderlosenzuschlag von 0,6 % in der GKV, den die private PVB nicht kennt.

Ja, vollständig. Beiträge zur gesetzlichen wie privaten Pflegepflichtversicherung sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Eintragen in die Anlage Vorsorgeaufwendungen der Einkommensteuererklärung.

Da die Leistungen gesetzlich identisch sind, ist der günstigste beihilfekonforme Tarif bei einem auf Polizisten spezialisierten Anbieter die beste Wahl. Besonders empfehlenswert: DBV und Signal Iduna. Entscheidend: Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du auch später deine private Krankenversicherung (PKV) haben möchtest – das erspart dir langfristig Wechselaufwand und sichert die nahtlose Kombination.

Die Leistungen werden alle drei Jahre angepasst. Die zuletzt gültige Anpassung orientiert sich am Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG). Die nächste reguläre Erhöhung ist planmäßig für 2028 vorgesehen.

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