Die Pflegepflichtversicherung deckt das Risiko einer Pflegebedürftigkeit ab und ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Polizeianwärter müssen sie innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt nachweisen. Da die Leistungen im SGB XI geregelt sind, sind sie bei allen Anbietern identisch.
Das Wichtigste in Kürze
Die Pflegepflichtversicherung für Beamte (PVB) ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt abgeschlossen werden.
Wer spätestens 3 Monate nach Dienstantritt keinen gültigen Pflegepflichtversicherungsnachweis hat, kann mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro belegt werden.
In den ersten 3 Monaten nach Dienstantritt besteht einmalig die Chance, sich Tarife im Rahmen von Sonderaktionen mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu sichern.
Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich festgelegt (SGB XI) und für alle Anbieter identisch.
Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du später auch deine private Krankenversicherung haben möchtest. Das erleichtert die Verwaltung und sorgt für klare Strukturen
45,64 €
GKV-Beitragssatz Pflegepflicht 2026 (+ 0,6 % Kinderlosenzuschlag ab 23 J.)
33,92 €
Monatsbeitrag private PVB (18 J., gesund, DBV 2026)
2.500 €
Maximales Bußgeld bei fehlendem Nachweis der Pflegepflichtversicherung
Wer muss eine Pflegepflichtversicherung abschließen?
Die Pflegeversicherung wurde am 1. Januar 1995 als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Seitdem gilt: In Deutschland besteht für alle Menschen – gesetzlich wie privat versichert – eine umfassende Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung.
Für Polizisten gelten dabei keine Ausnahmen. Ob Polizeianwärter im ersten Ausbildungsmonat oder Beamter auf Lebenszeit mit 20 Dienstjahren – wer keine Pflegepflichtversicherung hat, handelt ordnungswidrig.
Frist: 3 Monate ab Dienstantritt
Als Polizei- oder Kommissaranwärter bist du verpflichtet, innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt eine Pflegepflichtversicherung nachzuweisen. Die Annahmeerklärung des Versicherers muss dem Dienstherrn schriftlich vorgelegt werden. Wer die Frist verpasst, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 €.
Der entscheidende Unterschied: Pflegepflicht vs. Pflegezusatz
Dieser Fehler passiert regelmäßig – und er ist teuer: Viele junge Polizeianwärter schließen aus Unwissenheit eine Pflegezusatzversicherung ab, anstatt der gesetzlich vorgeschriebenen Pflegepflichtversicherung. Das eine ersetzt das andere nicht.
Pflegepflicht vs. Pflegezusatz – nicht verwechseln!
Die Pflegepflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung sind zwei völlig verschiedene Produkte. Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und leistet bei anerkannter Pflegebedürftigkeit, sie deckt jedoch bei weitem nicht alle Kosten ab. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und schließt die Lücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten. Beide sind separate Verträge – nur die Pflegepflichtversicherung ist Pflicht.
Heilfürsorge oder Beihilfe? Was für deinen Pflegeschutz gilt
Je nach Bundesland und Dienstgrad hast du als Polizist entweder freie Heilfürsorge oder Beihilfe. Dieser Unterschied ist entscheidend für die Krankenversicherung – nicht aber für die Pflegepflichtversicherung. Diese ist in beiden Fällen identisch
Freie Heilfürsorge
- Übernahme aller Gesundheitskosten durch den Dienstherrn
- Leistungsniveau vergleichbar mit gesetzlicher Krankenversicherung
- Kein eigener Beitrag zur Krankenversicherung nötig
- Arzt rechnet direkt mit der Heilfürsorge ab – kein Vorschuss
- Pflegepflichtversicherung ist separat abzuschließen
Beihilfe
- Zuschuss des Dienstherrn zu Gesundheitskosten (50–80 %)
- Restkosten werden über eine private Krankenversicherung (PKV) abgedeckt
- Beihilfesatz variiert je nach Bundesland und Status
- Beihilfe übernimmt auch einen Teil der Pflegepflichtversicherung
- Nach der Pension gilt für alle Polizisten Beihilfe
Bundesland-Übersicht: Wer hat was?
Jedes Bundesland regelt die Heilfürsorge und Beihilfe seiner Landespolizei selbst. Die Leistungen sind in den jeweiligen Landesverordnungen festgelegt. Für die Bundespolizisten gelten die Bundesverordnungen. Wähle in der folgenden Tabelle deinen Dienstherrn und sieh dir wichtige landesspezifische Details an.
Dienstherr | Anwärter | Aktive Dienstzeit | Pension |
Bund * | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Baden-Württemberg | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Tätigkeitsabhängig | Beihilfe | Beihilfe | |
Berlin * | Tätigkeitsabhängig | Beihilfe | Beihilfe |
Brandenburg | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Bremen | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Hamburg | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Hessen * | Beihilfe | Beihilfe | Beihilfe |
Mecklenburg-Vorpommern | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Niedersachsen | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Nordrhein-Westfalen | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Rheinland-Pfalz * | Beihilfe | Beihilfe | Beihilfe |
Saarland | Beihilfe | Beihilfe | Beihilfe |
Sachsen | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Sachsen-Anhalt | Heilfürsorge | Heilfürsorge | Beihilfe |
Schleswig-Holstein * | Wahlmöglichkeit | Wahlmöglichkeit | Beihilfe |
Thüringen | Heilfürsorge | Beihilfe | Beihilfe |
* Es liegen Bundesland spezifische Besonderheiten vor. Klick auf dein Bundesland. | |||
Was kostet eine Pflegepflichtversicherung für Polizisten?
Du hast die Wahl: Pflegepflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) oder bei einer privaten Versicherung (PVB – Private Pflegepflichtversicherung für Beihilfeberechtigte).
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Bei der gesetzlichen Krankenkasse richtet sich der Pflegebeitrag nach deinem Einkommen. Der Beitragssatz liegt 2026 bei 3,6 % des Bruttoeinkommens. Dazu kommt ein Kinderlosenzuschlag von 0,6 % für alle Kinderlosen ab 23 Jahren.
Rechenbeispiel GKV – 18-jähriger Polizeianwärter ohne Kind (Stand 2026)
Grundgehalt: 1.268 € × Beitragssatz 3,6 % = 45,64 €/Monat
Ab dem 23. Geburtstag kommt der Kinderlosenzuschlag hinzu: dann 4,2 % des Einkommens. Bei 1.268 € wären das rund 53,26 €/Monat.
Private Pflegepflichtversicherung (PVB)
Bei der privaten Variante zählt nicht dein Einkommen, sondern dein Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Je jünger und gesünder, desto günstiger. Das macht die PVB für junge Polizeianwärter strukturell interessant.
Rechenbeispiel PVB – 18-jähriger, gesunder Polizeianwärter (DBV, Stand 2026)
Monatsbeitrag PVB: ca. 33,92 €/Monat
Vergleich | GKV (18 J., ohne Kind) | Private PVB (18 J., gesund) |
Beitragsgrundlage | Einkommen (3,6 %) | Eintrittsalter + Gesundheit |
Monatsbeitrag (Beispiel) | 45,64 € | ~33,92 € |
Kinderlosenzuschlag ab 23 J. | +0,6 % (≈ +7,60 €) | ❌ Keiner |
Beitrag steigt mit Gehalt? | ✅ Ja, einkommensabhängig | ❌ Nein, feste Kalkulation |
Steuerliche Absetzbarkeit | ✅ Vollständig absetzbar | ✅ Vollständig absetzbar |
Gesamtbewertung | Teurer, einkommensabhängig | Günstiger für junge Polizisten |
Empfehlung: Private PVB für Polizisten sinnvoller
Wer als junger Polizist einsteigt, fährt mit der privaten Pflegepflichtversicherung in aller Regel günstiger. Der Beitrag ist altersgebunden, steigt nicht automatisch mit dem Gehalt und kennt keinen Kinderlosenzuschlag. Zudem lässt sie sich problemlos mit einer Anwartschaft auf eine spätere PKV kombinieren.
Obergrenze Pflegepflichtversicherung für Polizisten 2026:
Beihilfeberechtigte zahlen für ihre private Pflegepflichtversicherung maximal 40 % des Höchstbeitrags zur sozialen Pflegepflichtversicherung. Dieser Betrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 83,70 €/Monat. Günstigere Tarife (wie die PVB der DBV für junge Anwärter) liegen weit darunter.
Leistungen der Pflegepflichtversicherung (Stand 2026)
Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung sind in Deutschland im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) festgeschrieben. Das bedeutet: Alle Anbieter – ob gesetzlich oder privat – zahlen exakt dieselben Leistungen. Der Wettbewerb läuft ausschließlich über den Preis und die Kombination mit anderen Produkten.
Die Leistungen werden nach Pflegegraden gestaffelt und alle drei Jahre angepasst. Die nächste Erhöhung findet planmäßig 2028 statt (Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz, PUEG).
Pflege durch: | Angehörige | amb. Pflegedienst | Pflegeheim |
Pflegegrad 1 | 0 € | 0 € | 0 € |
Pflegegrad 2 | 347 € | 796 € | 805 € |
Pflegegrad 3 | 599 € | 1497 € | 1319 € |
Pflegegrad 4 | 800 € | 1859 € | 1855 € |
Pflegegrad 5 | 990 € | 2299 € | 2096 € |
Warum Leistungen überall gleich sind
Da die Leistungen gesetzlich fixiert sind, gibt es zwischen den Anbietern keine inhaltlichen Unterschiede bei der Pflegepflichtversicherung. Beim Anbieter-Vergleich zählt deshalb vor allem: Die Leistungen der zukünftigen PKV.
Wer über die gesetzlichen Leistungen hinaus abgesichert sein will (z. B. durch ein tägliches Pflegegeld oder einen höheren Kostenzuschuss für das Pflegeheim), kann zusätzlich eine Pflegezusatzversicherung abschließen. Diese ersetzt aber – wie oben erklärt – die Pflegepflichtversicherung nicht.
Die besten Anbieter für Polizisten und Polizeianwärter
Da die Leistungen gesetzlich festgelegt sind, unterscheiden sich die Anbieter nur beim Preis, beim Service und – entscheidend – bei der Möglichkeit, die Pflegepflichtversicherung mit einer PKV-Anwartschaft für den späteren Übergang in die private Krankenversicherung zu kombinieren.
Anbieter | PKV für Polizei | Anwartschaft | Hinweis | mtl. Beitrag Inkl. kl. Anwartschaft |
DBV (Deutsche Beamtenversicherung) | ✅ Ja, spezialisiert | ✅ Ja | Hochspezialisiert für Polizisten, günstige Konditionen für Anwärter | |
Signal Iduna | ✅ Ja, spezialisiert | ✅ Ja | spezialisiert durch Kooperation mit der GdP, durchwachsenes Feedback von Polizisten in der Abwicklung | |
Barmenia | ✅ Ja | ✅ Ja | TOP Leistungen - aber nicht auf Polizisten spezialisiert | |
Debeka | ✅ Ja | ✅ Ja | klassischer Beamtenversicherer, aber keine Spezialisierung auf Polizisten | |
Allianz | ✅ Ja | Eingeschränkt | starkes Unternehmendrating, gute Tarife aber keine hohe Expertise für Polizisten | |
Continentale | ✅ Ja | ✅ Ja | Solide Basis, weniger spezialisiert auf Polizei | |
Nürnberger | Eingeschränkt | ✅ Ja | spielt für Polizisten keine große Rolle. |
Empfehlung: DBV oder Barmenia
DBV und Barmenia sind aktuell die stärksten Anbieter für Polizisten in der Pflegepflichtversicherung. Beide bieten auf Beamte und Polizisten zugeschnittene Tarife, günstige Einstiegsbeiträge für Anwärter und eine nahtlose Kombination mit einer PKV-Anwartschaft. Wichtig: Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du später auch deine private Krankenversicherung haben möchtest – das spart Wechselaufwand und sichert deinen heutigen Gesundheitszustand für die PKV von morgen.
Was ist die „kleine Anwartschaft"?
Die kleine Anwartschaft kostet rund 1 €/Monat und sichert deinen heutigen Gesundheitszustand für den späteren Einstieg in die PKV. Das bedeutet: Auch wenn du während der Ausbildung einen Sportunfall hattest oder eine chronische Erkrankung festgestellt wurde, kannst du später in die PKV wechseln, ohne dass dieser Vorerkrankung angerechnet wird. Für junge Polizeianwärter eine der günstigsten Absicherungen, die es gibt.
Steuerlich absetzbar: So sparst du mit der Pflegepflichtversicherung
Die gute Nachricht: Beiträge zur Pflegepflichtversicherung – sowohl gesetzlich als auch privat – können in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden. Du trägst sie in der Anlage Vorsorgeaufwendungen deiner Steuererklärung ein.
Bei einem monatlichen Beitrag von 33,92 € (= 407,04 €/Jahr) und einem Steuersatz von z. B. 25 % ergibt sich eine jährliche Steuerersparnis von rund 100 € – also de facto senkst du deinen Nettobeitrag deutlich.
Häufige Fragen zur Pflegepflichtversicherung
Ist eine Pflegeversicherung für Polizisten Pflicht?
Ja, absolut. In Deutschland gilt für alle Menschen eine Versicherungspflicht in der Pflegeversicherung – unabhängig von Beamtenstatus, Bundesland oder Heilfürsorge. Wer keine Pflegepflichtversicherung nachweist, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Ich habe freie Heilfürsorge – brauche ich trotzdem eine Pflegepflichtversicherung?
Ja. Die Heilfürsorge deckt Krankenbehandlungen ab, nicht aber Pflegeleistungen. Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung. Selbst Polizisten mit vollständiger freier Heilfürsorge müssen die Pflegepflichtversicherung separat abschließen und nachweisen.
Bis wann muss ich die Pflegepflichtversicherung nachweisen?
Innerhalb von 3 Monaten nach Dienstantritt. Der Nachweis erfolgt über die Annahmeerklärung des Versicherers, die du beim Dienstherrn einreichst. Wer die Frist verpasst, riskiert ein Bußgeld bis 2.500 €.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegepflicht- und Pflegezusatzversicherung?
Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss beim Dienstherrn nachgewiesen werden. Sie zahlt die im SGB XI definierten Leistungen für Pflegegrade 1–5. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und ergänzt die Pflichtversicherung – ersetzt sie aber nicht. Wer nur eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen hat, hat die Pflicht nicht erfüllt.
Ist die private PVB günstiger als die gesetzliche Pflegeversicherung?
Für junge Polizeianwärter fast immer ja. Die private PVB richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheit, nicht nach Einkommen. Ein 18-jähriger zahlt bei der DBV ca. 33,92 €/Monat – während die gesetzliche Kasse 45,64 €/Monat bei 1.268 € Grundgehalt kostet (3,6 %). Dazu kommt ab 23 Jahren der Kinderlosenzuschlag von 0,6 % in der GKV, den die private PVB nicht kennt.
Kann ich die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung von der Steuer absetzen?
Ja, vollständig. Beiträge zur gesetzlichen wie privaten Pflegepflichtversicherung sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Eintragen in die Anlage Vorsorgeaufwendungen der Einkommensteuererklärung.
Welche Pflegepflichtversicherung ist die beste für Polizisten?
Da die Leistungen gesetzlich identisch sind, ist der günstigste beihilfekonforme Tarif bei einem auf Polizisten spezialisierten Anbieter die beste Wahl. Besonders empfehlenswert: DBV und Signal Iduna. Entscheidend: Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du auch später deine private Krankenversicherung (PKV) haben möchtest – das erspart dir langfristig Wechselaufwand und sichert die nahtlose Kombination.
Wann erhöhen sich die Leistungen der Pflegepflichtversicherung wieder?
Die Leistungen werden alle drei Jahre angepasst. Die zuletzt gültige Anpassung orientiert sich am Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG). Die nächste reguläre Erhöhung ist planmäßig für 2028 vorgesehen.