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DU-Versicherung für Polizeianwärter: Das musst du als Beamter auf Widerruf wissen

Das Wichtigste in Kürze

BaW: 0 € vom Staat

Polizeianwärter (Beamte auf Widerruf) erhalten bei DU-Entlassung kein Ruhegehalt, keine Übergangsleistung – buchstäblich nichts.

BaP: Nur minimale Absicherung

Beamte auf Probe haben meist nur ein kurzes Übergangsgehalt – danach ebenfalls keine staatliche Versorgung.

2-Phasen-Modell ist Standard

Phase 1: hohe Absicherung in Ausbildung und Probezeit. Phase 2: angepasste Rente als Beamter auf Lebenszeit.

Innerhalb 6 Monate: keine Gesundheitsprüfung

Wer in den ersten 6 Monaten nach Dienstantritt abschließt, kann die Gesundheitsfragen bei einigen Anbietern überspringen.

Klausel-Falle: „Entlassung“ nötig

Die DU-Klausel muss „Entlassung“ als Leistungsauslöser enthalten – Anwärter werden entlassen, nicht pensioniert.

Empfohlene Mindest-Rente

Mittlerer Dienst: 1.500–1.800 € netto. Gehobener Dienst: 1.800–2.200 € netto monatlich.

Die Dienstunfähigkeitsversicherung (DU-Versicherung) für Polizeianwärter ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel, die speziell auf die Situation von Beamten auf Widerruf und Beamten auf Probe zugeschnitten ist. Sie schließt die vollständige Versorgungslücke, die entsteht, weil Dienstanfänger bei vorzeitiger Entlassung wegen Dienstunfähigkeit keinerlei staatliche Versorgung erhalten. Über ein 2-Phasen-Modell oder ein Kurzläufer-Langläufer-Konzept wird die Rentenhöhe an den jeweiligen Versorgungsstatus angepasst.

Die Versorgungslücke: Warum Polizeianwärter ohne DU-Versicherung alles riskieren

Als Polizeianwärter – also Beamter auf Widerruf – bist du versorgungsrechtlich in der denkbar schlechtesten Position. Wirst du während der Ausbildung dienstunfähig, wirst du nicht in den Ruhestand versetzt, sondern schlicht entlassen. Und dann passiert: nichts. Du erhältst weder Ruhegehalt noch eine Übergangsleistung. Null Euro vom Staat.

Auch als Beamter auf Probe sieht es kaum besser aus. Du hast zwar nach mindestens fünf Dienstjahren einen minimalen Versorgungsanspruch, aber der liegt weit unter dem bisherigen Gehalt. In den meisten Fällen bekommst du nur ein Übergangsgehalt für wenige Monate – danach fällst du in die gesetzliche Rentenversicherung zurück, in die du als Beamter nie eingezahlt hast.

Die harte Realität in Zahlen

Ein Polizeianwärter im mittleren Dienst verdient rund1.478 EUR brutto,

im gehobenen Dienst etwa1.527 EUR brutto.

Wenn du als Beamter auf Widerruf dienstunfähig wirst, bekommst du davon genau 0 EUR weiter.

Ohne DU-Versicherung stehst du von einem Tag auf den anderen ohne jedes Einkommen da.

Zum Vergleich: Ein Lebenszeitbeamter der Besoldungsgruppe A7 hat bei Dienstunfähigkeit eine Versorgungslücke von etwa 950 EUR monatlich – immerhin bekommt er noch ein Ruhegehalt. Bei A9 liegt die Lücke bei rund 1.450 EUR, bei A13 bei circa 2.400 EUR. Als Anwärter hast du keine Lücke, du hast ein Versorgungsloch.

⚠ Kritisch: Die DU-Klausel muss „Entlassung" als Leistungsauslöser enthalten

Viele DU-Klauseln leisten bei „Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit“. Als Polizeianwärter (BaW) wirst du bei Dienstunfähigkeit aber entlassen

nicht in den Ruhestand versetzt. Das sind zwei verschiedene Rechtsvorgänge. Enthält deine Klausel nur das Wort „Versetzung“, aber nicht „Entlassung“, zahlst du Beiträge – und erhältst im Ernstfall nichts.

Prüfe deinen Vertrag genau auf diese Formulierung.

Die Erwerbsminderungs-Falle: Was nach der Entlassung passiert

Nach der Entlassung wirst du in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) nachversichert. Das klingt nach einer Absicherung – ist es aber kaum. Um aus der GRV eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, musst du mindestens 50 % Erwerbsminderung nachweisen. Außerdem gilt eine Wartezeit und du musst ausreichend Versicherungsjahre vorweisen. Als junger Anwärter mit wenigen Dienstjahren erhältst du oft nicht einmal das. Die private DU-Versicherung ist die einzige wirklich verlässliche Absicherung.

Die Zahlen sprechen für sich: Dienstunfähigkeit bei der Polizei

Die Dienstunfähigkeit ist kein theoretisches Risiko. Die Statistiken zeigen deutlich, warum eine Absicherung gerade für junge Polizisten unverzichtbar ist:

  • Jeder 5. Beamte (17–20 %) scheidet vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit aus dem Dienst aus.
  • Bei der Polizei ist das Risiko noch höher: Jeder 2. Polizist wird im Laufe seiner Karriere mindestens einmal dienstunfähig.
  • Im Jahr 2020 wurden bundesweit rund 10.000 Beamte wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig pensioniert.
  • Die häufigste Ursache: Psychische Erkrankungen – sie machen mittlerweile über 50 % aller DU-Fälle aus.
  • Jeder 4. Polizist leidet unter Burnout-Symptomen, und nach Gewalterlebnissen im Dienst entwickeln 20–30 % eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Gerade als Polizeianwärter im Vollzugsdienst bist du diesen Risiken von Beginn an ausgesetzt – schon im Praktikum, bei der Sportprüfung, im Einsatztraining. Und das alles mit null Absicherung durch den Staat.

Das 2-Phasen-Modell: So funktioniert die DU-Versicherung für Anwärter

Die beste Lösung für Polizeianwärter ist das sogenannte 2-Phasen-Modell. Es berücksichtigt, dass sich dein Versorgungsstatus im Laufe der Karriere ändert – von „null Versorgung“ als Anwärter bis zum Ruhegehalt als Lebenszeitbeamter.

Phase 1: Ausbildung und erste Dienstjahre

In der ersten Phase – typischerweise bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit – wird eine hohe DU-Rente vereinbart. Da du bei Dienstunfähigkeit keinerlei staatliche Versorgung erhältst, muss die Rente dein gesamtes Einkommen ersetzen. Die konkreten Empfehlungen aus der Beratungspraxis:

  • Mittlerer Dienst (A7/A8): mindestens 1.500 bis 1.800 EUR netto absichern
  • Gehobener Dienst (A9/A10): mindestens 1.800 bis 2.200 EUR netto absichern

Nach der Verbeamtung auf Lebenszeit besteht ein staatlicher Mindestversorgungsanspruch (ca. 1.800–2.000 EUR netto) – erst dann kann die private Rente sinken.

Phase 2: Nach der Verbeamtung auf Lebenszeit

Sobald du Lebenszeitbeamter bist, hast du im Fall einer DU ein Ruhegehalt vom Staat. Die DU-Rente wird deshalb auf die dann bestehende Versorgungslücke angepasst – meist auf 750 bis 1.200 EUR monatlich. Entscheidend: Der Übergang von Phase 1 zu Phase 2 erfolgt bei guten Anbietern ohne erneute Gesundheitsprüfung.

 
Vorteil des 2-Phasen-Modells

Du zahlst in Phase 1 einen höheren Beitrag für die höhere Rente, aber du bist dort geschützt, wo du es am meisten brauchst. In Phase 2 sinkt der Beitrag mit der Rente – das schont dein Portemonnaie genau dann, wenn du ohnehin besser abgesichert bist.

Alternative: Kurzläufer-Langläufer-Modell

Manche Versicherer bieten statt des 2-Phasen-Modells ein Kurzläufer-Langläufer-Konzept an. Dabei schließt du zwei separate Verträge ab: einen „Kurzläufer“ mit hoher Rente und kurzer Laufzeit (bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit) und einen „Langläufer“ mit niedrigerer Rente bis zum Pensionsalter. Das Ergebnis ist ähnlich, aber die Flexibilität ist etwas geringer als beim integrierten 2-Phasen-Modell.

Die besten DU-Versicherer für Polizeianwärter im Vergleich

Nicht jeder Versicherer versteht die besonderen Bedürfnisse von Polizeianwärtern. Die folgenden drei Anbieter haben sich in unserer Beratungspraxis als Spitzenreiter etabliert – jeder mit eigenen Stärken.

Allianz: Der Allrounder mit Dienstunfall-Ausnahme

  • Echte DU-Klausel + spezielle Polizei-DU – das volle Programm
  • Kein Prognosezeitraum – der Versicherer stellt nicht auf einen voraussichtlichen Zeitraum der DU ab
  • Dienstunfall-Ausnahme: Wird deine Dienstunfähigkeit durch einen Dienstunfall (§31 BeamtVG) verursacht, entfällt die 72-Monate-Befristung komplett – die Rente wird zeitlich unbegrenzt gezahlt
  • 12 Monate Nachversicherungsgarantie nach Dienstantritt
  • Anlasslose Erhöhung in den ersten 5 Dienstjahren möglich
  • 24 Monate Beitragsstundung bei finanziellen Engpässen
  • Infektionsschutzklausel nach §31 BInfSchG inklusive (ohne Mehrpreis)
  • Wiedereingliederungshilfe im Tarif enthalten

DBV (AXA): Der Beamten-Spezialist

  • Echte DU-Klausel + spezielle Polizei-DU
  • Günstige Gefahrengruppe A für Dienstanfänger Innere Sicherheit – das senkt den Beitrag spürbar
  • Bis 3.000 EUR Monatsrente für Dienstanfänger (DAP-Variante)
  • Kein Verweisungsrecht: Die DBV verzichtet auf die abstrakte Verweisung und für Lebenszeitbeamte zusätzlich auf die konkrete Verweisung
  • Teildienstunfähigkeit ab 20 %: Bereits bei einer Arbeitszeitkürzung von mindestens 20 % wird anteilig geleistet
  • 72 Monate Leistungsdauer bei Entlassung wegen spezieller DU
  • Anlasslose Erhöhung bis zum 35. Lebensjahr möglich
  • 24 Monate Beitragsstundung bei Elternzeit

Signal Iduna: Neuer Tarif „Beginner+“ (ab 2026)

  • Echte DU-Klausel + spezielle Polizei-DU
  • Beginner+ Tarif (neu ab 2026): In den ersten 8 Dienstjahren wird die DU-Rente um 50 % erhöht – ohne Mehrbeitrag
  • 72 Monate Leistungsdauer bei Entlassung als Anwärter
  • Exklusiv-Plus-Tarif als Premium-Variante verfügbar

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