Jetzt anrufen: 02641 205445

Die Pflegepflichtversicherung für Bundespolizisten

Inhalt

Als Bundespolizist bist du durch die Bundesheilfürsorge umfassend krankenversichert – aber das deckt die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung nicht ab. Wer den Abschluss verpasst oder zu lange wartet, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro. Auf dieser Seite erfährst du, was du als Bundespolizist konkret brauchst, was es kostet und welche Anbieter 2026 empfehlenswert sind.

Das Wichtigste in Kürze

Pflicht für alle

Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben – auch für Beamte. Die Frist nach Beginn der Versicherungspflicht beträgt 3 Monate.

Bußgeld bis 2.500 €

Wer keinen gültigen Pflegeversicherungsnachweis hat, kann mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro belegt werden.

Heilfürsorge ≠ Pflegepflichtversicherung
Die Bundesheilfürsorge deckt Krankheitskosten ab – Pflegeleistungen sind davon vollständig getrennt und müssen separat versichert werden.
PVB beim späteren PKV-Anbieter abschließen

Schließe die Pflegepflichtversicherung dort ab, wo du später auch deine private Krankenversicherung haben möchtest – das erleichtert die Verwaltung erheblich.

Bundesheilfürsorge während UND nach der Ausbildung

Du bleibst als aktiver Bundespolizist in der Heilfürsorge – Beihilfe kommt erst bei der Pensionierung. Pflege ist trotzdem separat abzuschließen.

Bundesheilfürsorge: Wahlleistungen inklusive

Anders als in vielen Bundesländern leistet die Bundesheilfürsorge auch für stationäre Wahlleistungen (Chefarzt, Zweibettzimmer) – mit Gehaltsabzug von 24,50 €/Tag.

24,50 €

KH-Abzug pro Tag bei stationärem Aufenthalt

~34 €

Private PVB pro Monat (DBV 2026, Einstiegsalter 18 J.)

3 Monate

Frist zum Abschluss nach Beginn der Versicherungspflicht

Pflicht und Fristen

Die Pflegepflichtversicherung (PVB) ist in Deutschland für alle Personen gesetzlich vorgeschrieben – ohne Ausnahme. Das gilt für Arbeitnehmer, Selbstständige und ausdrücklich auch für Beamte. Die Bundesheilfürsorge ersetzt diese Pflicht nicht, weil sie ausschließlich Krankheitskosten abdeckt, nicht aber Pflegeleistungen nach dem SGB XI.

Wichtig: Frist nicht verpassen

Ab dem Tag, an dem die Versicherungspflicht eintritt (in der Regel: Beginn des Dienstverhältnisses), hast du 3 Monate Zeit, eine Pflegepflichtversicherung nachzuweisen. Wer diese Frist versäumt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro belegt werden. Außerdem können rückwirkende Beiträge fällig werden.

Ein häufiger Irrtum: Viele Berufsanfänger bei der Bundespolizei gehen davon aus, dass die Heilfürsorge alles abdeckt. Das stimmt für Krankenleistungen – aber eben nicht für Pflegeleistungen. Die Pflegepflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung sind zwei völlig verschiedene Produkte. Die Pflegepflichtversicherung ist Pflicht; die Pflegezusatzversicherung ist eine freiwillige Ergänzung.

Pflegepflicht vs. Pflegezusatz – nicht verwechseln

Die Pflegepflichtversicherung (PVB) ist gesetzlich vorgeschrieben und leistet bei anerkannter Pflegebedürftigkeit. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und schließt die Lücke zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten. Beides sind separate Verträge – und nur die Pflegepflichtversicherung ist Pflicht.

Besonderheiten bei der Bundespolizei

Die Bundespolizei hat gegenüber den Landespolizeien einige Besonderheiten, die du bei der Auswahl deiner Versicherungen kennen solltest. Das betrifft insbesondere die Bundesheilfürsorge, den Krankenhausabzug und den Zeitpunkt des Wechsels in die Beihilfe.

Während der Ausbildung (Bundesheilfürsorge)

Als Beamtenanwärter bei der Bundespolizei bist du über die Bundesheilfürsorge (BPolHfV) krankenversichert. Diese deckt alle notwendigen medizinischen Leistungen ab – ambulant, stationär und zahnärztlich. Was viele nicht wissen: Die Bundesheilfürsorge ist hier ein echter Sonderfall.

Die Bundesheilfürsorge als Sonderfall

Anders als in Bayern, Berlin, Brandenburg oder Sachsen leistet die Bundesheilfürsorge aktiv für stationäre Wahlleistungen. Das bedeutet: Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer sind im Krankenhaus grundsätzlich abgedeckt – wenn auch mit einem täglichen Gehaltsabzug von 24,50 €. Dieser Abzug sollte durch ein Krankenhaustagegeld von mindestens 25 €/Tag abgesichert werden.

Was die Bundesheilfürsorge leistet

Was du zusätzlich brauchst

Empfehlung während der Ausbildung: Pflegepflichtversicherung + kleine Anwartschaft + Heilfürsorgeergänzung + Krankenhaustagegeld 25 €/Tag.

Nach der Ausbildung (weiterhin Bundesheilfürsorge)

Das ist der wichtigste Unterschied zur Landespolizei in vielen Bundesländern: Als aktiver Bundespolizist (auch nach der Ausbildung, als Beamter auf Lebenszeit) bleibst du dauerhaft in der Bundesheilfürsorge. Es gibt keinen automatischen Wechsel in die Beihilfe – der kommt erst bei der Pensionierung.

  • Heilfürsorge bleibt bestehen – kein Wechsel zur PKV nötig
  • Bundesheilfürsorge leistet weiterhin für stationäre Wahlleistungen
  • Krankenhausabzug von 24,50 €/Tag bleibt bestehen
  • Pflegepflichtversicherung muss weiterhin bestehen bleiben

Empfehlung nach der Ausbildung: Pflegepflichtversicherung + große Anwartschaft + Heilfürsorgeergänzung + Krankenhaustagegeld 25 €/Tag. Die große Anwartschaft sichert dir den Einstieg in eine umfassende PKV bei der Pensionierung ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Bei der Pensionierung (Wechsel in die Beihilfe)

Mit der Pensionierung endet die Bundesheilfürsorge. Du wechselst dann in die Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV). Der Beihilfesatz beträgt in der Regel 70 % (für Versorgungsempfänger). Die restlichen 30 % deiner Krankheitskosten sicherst du über eine PKV ab – und genau dafür ist die Anwartschaft gedacht.

So funktioniert der Wechsel zur Pensionierung
  1. Bundesheilfürsorge endet mit dem Pensionierungsdatum
  2. Beihilfe nach BBhV tritt in Kraft (70 % Beihilfesatz)
  3. Anwartschaft aktivieren und zur vollwertigen PKV umstellen
  4. Pflegepflichtversicherung läuft weiter (Beitrag bleibt ähnlich)

Rechtsgrundlagen: Heilfürsorgeverordnung Bund (BPolHfV), Beihilfeverordnung Bund (BBhV).

Was kostet die Pflegepflichtversicherung 2026?

Als Beamter hast du die Wahl zwischen der gesetzlichen Pflegeversicherung (GKV-PV) und der privaten Pflegepflichtversicherung (PVB). Für junge Bundespolizisten ist die private Variante in der Regel deutlich günstiger.

Rechenbeispiel 2026 – Ausbildungsgehalt ca. 1.268 €/Monat

GKV-Pflegeversicherung: 3,6 % × 1.268 € = 45,64 €/Monat
Private PVB (DBV 2026, Einstiegsalter 18 Jahre): ~33,92 €/Monat
Ersparnis durch PKV-PVB: ca. 11,72 €/Monat = ~140 €/Jahr

Die GKV-Pflegeversicherung berechnet sich seit 2026 mit einem Beitragssatz von 3,6 % (kinderlos) des beitragspflichtigen Einkommens. Bei einem Ausbildungsgehalt von rund 1.268 Euro ergibt das 45,64 Euro pro Monat. Die private PVB kostet bei einem Einstiegsalter von 18 Jahren beim Anbieter DBV 2026 rund 33,92 Euro pro Monat.

Wichtig: Der Beitrag in der privaten Pflegeversicherung steigt mit dem Alter deutlich an. Je früher du abschließt, desto günstiger bleibt dein Beitrag langfristig. Wer mit 18 Jahren einsteigt, zahlt deutlich weniger als jemand, der mit 30 Jahren abschließt.

Versicherung
Beitragssatz / Preis
Monatlich (Beispiel, 18 J.)
Bewertung
GKV Pflegepflichtversicherung
3,6 % des Bruttogehalts
45,64 € (Grundgehalt 1.268 €)
teurer
Private PVB (DBV, 2026)
Pauschalbeitrag
~33,92 €/Monat
günstiger

Ein weiterer Vorteil der privaten PVB: Die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar – bis zu den gesetzlichen Höchstgrenzen.

Empfohlene Anbieter 2026

Nicht jede private Pflegepflichtversicherung ist gleich gut. Besonders wichtig für Bundespolizisten ist die Frage, ob der Anbieter auch eine leistungsstarke PKV und eine passende Anwartschaft im Portfolio hat – denn du willst später alles aus einer Hand.

Anbieter
PKV für Polizei
Anwartschaft
Hinweis
mtl. Beitrag Inkl. kl. Anwartschaft
DBV ­(Deutsche Beamtenversicherung)
✅ Ja, spezialisiert
✅ Ja
Hochspezialisiert für Polizisten, günstige Konditionen für Anwärter

Signal Iduna
✅ Ja, spezialisiert
✅ Ja
spezialisiert durch Kooperation mit der GdP, durchwachsenes Feedback von Polizisten in der Abwicklung

Barmenia
✅ Ja
✅ Ja
TOP Leistungen - aber nicht auf Polizisten spezialisiert

Debeka
✅ Ja
✅ Ja
klassischer Beamtenversicherer, aber keine Spezialisierung auf Polizisten

Allianz
✅ Ja
Eingeschränkt
starkes Unternehmendrating, gute Tarife aber keine hohe Expertise für Polizisten

Continentale
✅ Ja
✅ Ja
Solide Basis, weniger spezialisiert auf Polizei

Nürnberger
Eingeschränkt
✅ Ja
spielt für Polizisten keine große Rolle.

Tipp: PVB und PKV beim selben Anbieter

Schließe die Pflegepflichtversicherung idealerweise dort ab, wo du später auch deine PKV haben möchtest. Das vereinfacht die Verwaltung, und bei manchen Anbietern gibt es Kombirabatte. Bei der Bundespolizei bedeutet das: Wähle einen Anbieter, der sowohl eine gute PVB als auch eine passende PKV für Bundesbeamte im Angebot hat.

Häufige Fragen

Ist die Pflegepflichtversicherung wirklich Pflicht für Bundespolizisten?

Ja, ohne Ausnahme. Die gesetzliche Pflegeversicherungspflicht gilt für alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland – auch für Beamte. Die Bundesheilfürsorge deckt keine Pflegeleistungen ab. Du musst die Pflegepflichtversicherung separat abschließen.

Du hast ab dem Tag, an dem die Versicherungspflicht eintritt (Beginn des Dienstverhältnisses), 3 Monate Zeit. Wer diese Frist versäumt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro und kann außerdem rückwirkend zur Zahlung von Beiträgen verpflichtet werden.

Die Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und zahlt bei anerkannter Pflegebedürftigkeit einen gesetzlich definierten Betrag. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und schließt die häufig erhebliche Lücke zwischen den Leistungen der PVB und den tatsächlichen Pflegekosten. Wer ohne Pflegezusatzversicherung ins Pflegeheim muss, muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen – das können schnell 2.000–3.000 Euro pro Monat sein.

Für junge Bundespolizisten in der Regel ja. Bei einem Einstiegsalter von 18 Jahren kostet die private PVB (z. B. DBV 2026) rund 33,92 Euro pro Monat – die GKV-Pflegeversicherung würde bei einem Ausbildungsgehalt von 1.268 Euro dagegen 45,64 Euro kosten. Die Ersparnis beträgt rund 140 Euro pro Jahr. Je später der Einstieg, desto teurer wird die private PVB – frühzeitiger Abschluss lohnt sich.

Ja. Beiträge zur Pflegepflichtversicherung sind als Sonderausgaben (Vorsorgeaufwendungen) steuerlich absetzbar. Sie werden zusammen mit den Beiträgen zur Krankenversicherung bis zu einem gesetzlichen Höchstbetrag berücksichtigt. Für Beamte, die keine Arbeitgeberzuschüsse zur Krankenversicherung erhalten, gilt ein erhöhter Höchstbetrag.

Die Pflegepflichtversicherung ist eng mit der privaten Krankenversicherung verknüpft. Wenn du beides beim selben Anbieter hast, wird bei der Pensionierung der Wechsel in die vollwertige PKV einfacher. Außerdem können manche Anbieter Beitragsrabatte gewähren und du hast nur einen Ansprechpartner für beide Verträge. Wichtig: Entscheide dich bereits beim Start deiner Karriere für einen Anbieter, dem du langfristig vertraust.

Die Pflegepflichtversicherung läuft weiter – sie ist lebenslang. Bei der Pensionierung wechselst du als Bundespolizist von der Bundesheilfürsorge in die Beihilfe nach BBhV. Gleichzeitig aktivierst du deine Anwartschaft und schließt eine vollwertige PKV ab. Die PVB-Police wird in diesem Zuge oft auf den neuen PKV-Vertrag angepasst. Der Beitrag für die PVB ändert sich dabei in der Regel nur geringfügig.

Informiere dich zu weiteren Themen